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I mean I dream....???



Welchen Stellenwert hat das Träumen für uns moderne, Verstandes-orientierte Menschen? Ist es ein Phänomen, dem zuviel Macht zugesprochen wird, ein Anhängsel der Aufarbeitung, des Sauber-Machens in Zeiten der Ruhe, eine Orakel-artige Verbindung zu den Teilen im Hirn, die wir mit unserem Tages-Bewusstsein nicht nützen -oder eine göttliche Inspiration?


Die Kultur der Aborigines respektiert das Träumen als die geheimnisvolle, zeitlose Kraft , die unsichtbare Energie hinter allem, was wir in der Gegenwart sehen. Träumen zieht sich in dieser Vorstellung subtil, wellenförmig durch alles hindurch, auch unsere Wahrnehmung der Realität ist Teil davon. Diese Traum-Kraft zieht uns zu etwas hin, lässt uns auf etwas blicken, bevor wir es bewusst beobachten. Es ist die Kraft, durch die unsere Realität erschaffen wird……


Wir erträumen uns also demnach unsere Realität … der Ernst des Lebens, selbst der Tod kann aus diesem Blick heraus in Frage gestellt werden oder bekommt zumindest eine neue Perspektive! (ist das Bild vom Leben nach dem Tod vielleicht in diese Richtung zu verstehen?)

Wir beziehen uns auf einen inneren Erlebniszustand, den jeder für sich zwar als real hält, die allgemein gültige Wahrheit ist somit auch ein Traum.


…und wie können wir uns dann überhaupt verstehen? Ich sehe und höre nur dort, wo ich im Sinne meiner Traumwelt offen bin.

Ist Kommunikation also für sich schon ein Irrtum, ein Missverständnis? Geglückte Kommunikation- ein glückliches Missverständnis, das nur nach Verständigung aussieht? Vielleicht ist das so… Dann wäre die erträumte gelungene Kommunikation eher der geglückte Ausdruck meiner Selbst durch den anderen, mein Traum setzt sich im Blick auf den anderen fort.…Was für ein glücklicher Umstand! Ich werde verstanden!?


Wir glauben fest an unsere Sicht auf die Realität, doch Ich erträume in dieser Vorstellung mein reales Leben und die Akteure darin zu einem grossen Teil…

Mein Blick auf den Anderen wird dabei durch die Kraft des Traumes gelenkt.

Das würde dann auch unsere laufende Beschäftigung mit Ent-Täuschungen erklären, nur wäre dann unsere Interpretation des Vorganges missverständlich : der andere enttäuscht uns- die Schuld liegt bei dieser Sichtweise beim Anderen, er sollte sich also ent-schuldigen…

In dem Traum-Modell wäre es stimmiger, wenn wir uns mit unserer Täuschung durch die Traum- Projektion beschäftigen würden. Die Enttäuschung also dazu zu nutzen, um uns selbst zu ent-täuschen. Wir würden uns und den anderen damit wahrscheinlich viel Verwirrung und Leid ersparen…



Auch die Sinnfrage und ihr damit verbundener Ernst könnte so eine neue Wendung bekommen. Der Ernst des Lebens liegt vielleicht ganz woanders, (sofern es ihn überhaupt gibt)…

Wir leben in einer (ernsten) Welt der Aussagen, der Festschreibungen, der Beweise, der Wahrheiten.

Der Traum regt aber das Fragen an, die Suche scheint dabei der Schlüssel zur Wahrheit zu sein- sie ist die einzige Wahrheit-, nicht die Festschreibung. Eine verkehrte, eine gespiegelte Welt..


Träumen heisst also Fragen, suchen, staunen und spüren- träumen fängt bei mir an und bleibt auch bei mir…wenn wir mehr fragen würden, mehr spüren und staunen…Würde sich unser Leben in Gemeinschaft verändern, wenn wir diesen subtilen Tendenzen des Traumes mehr Gewicht geben würden?


Ich weiss nicht, ob es besser wäre. Es fühlt sich nur sehr nach Leben an…


Buchtipp: Arnold Mindell „Seine Träume deuten lernen“